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FEAR Shooter der Extraklasse
Fazit:
Man nehme die clevere KI aus Far Cry, die beklemmende Atmosphäre aus DOOM III, die Bullet-Time-Action aus Max Payne und Elemente aus Horrorfilmen wie Ring, werfe die (verfeinerten) Zutaten in einen Topf und rühre kräftig um. Fertig ist F.E.A.R., das guten Gewissens als Meisterwerk des Ego-Shooter-Genres bezeichnet werden kann. Monolith hat ein Spiel geschaffen, das im Einzelspielermodus zwar nach zehn Stunden bereits vorbei ist, jedoch dank spektakulärer Action immer wieder zu begeistern weiss und eigentlich nie Langeweile aufkommen lässt. Kritikpunkte sind locker an einer Hand abzuzählen. Da wären zum Beispiel die monotonen Locations, die ausser Baustellen, Büroräumen, Lagerhallen, Labors und Hinterhöfen nicht viel mehr zu bieten haben.
Dies liegt vielleicht auch an der 3D-Engine, die so ihre Probleme mit grösseren Aussenarealen zu haben scheint, was natürlich das Fehlen von abwechslungsreicheren Innenarealen nicht entschuldigt. Dafür kommt die Grafik stellenweise dem Fotorealismus beträchtlich nahe und gerade was Spezialeffekte angeht, wird ein wahres Feuerwerk entfacht. Auch die Animationen der Charaktere sind exzellent gelungen und erwecken auch aufgrund der genialen KI teils den Eindruck, als würden echte Schauspieler auf dem Bildschirm agieren.
Überhaupt ist technisch eigentlich alles im Lot, denn sowohl die englische Sprachausgabe als auch die bombastische Soundkulisse können fast auf ganzer Linie überzeugen. Nur fast? Nun ja, dem einen oder anderen könnten die meisten Waffensounds etwas schwach vorkommen, was aber kaum negativ in der Hitze des Gefechts auffällt.
Für Langzeitmotivation sorgt zu guter Letzt der Mehrspielermodus, der allerdings vor allem balancingtechnisch und hinsichtlich des Server Browsers noch mindestens einen Patch vertragen könnte.
Bleibt also von meiner Seite aus eine klare Kaufempfehlung samt Hinweis, dass das Spiel aufgrund sehr brutaler und blutiger Szenen keinesfalls für Kinder geeignet ist.
Monolith, was habt ihr da nur angestellt? Nur mit grossem Aufwand kann ich mich von F.E.A.R. trennen, denn dieses Spiel hat so gut wie alles, was einen Top-Titel auszeichnet! Eine packende Atmosphäre, eine spannende Story, eine KI, die beängstlich realistisch wirkt, und eine Story, die den Spieler bis zum Abspann vor den Monitor fesseln wird.
Kein Spiel ist perfekt und so muss sich Monolith auch gefallen lassen, wenn ich die öden Settings beanstande, die grösstenteils im Detail sich alle sehr ähneln. Wer eine ordentliche CPU in seinem Rechner stecken hat, gepaart mit einem grossen Arbeitsspeicher und einer flotten Grafikkarte, der darf sich auf einen wahren Augenschmaus einstellen. Fast fotorealistische Texturen vermitteln ein Mittendringefühl, welches den Spieler regelrecht ins Geschehen saugt.
Zwar bietet das Spiel mit knapp zehn Spielstunden keine wochenlange Unterhaltung, aber verglichen mit einem Horrorfilm, bei dem ich einfach nur auf den Fernseher starre und das Spektakel nach knapp zwei Stunden vorbei ist, nehme ich bei F.E.A.R. an der Handlung teil und lasse mir auf eine neue Art und Weise Angst, nein F.E.A.R., einflössen.
Ich hatte beim Test von FEAR mit anderen Problemen, als mit meiner Angst, zu kämpfen. Nämlich mit dem ungewöhnlichen Umgang des Spiels mit meiner Hardware. Meine 6800GT-Grafikkarte schmierte regelmässig wegen Überhitzung ab - obwohl die noch nicht mal übertaktet ist. Die Suche nach einer Problemlösung liess mich fündig werden. Auch etliche andere Spieler mit 6800er-Karten hatten unter dem Mangel zu leiden, so war es in vielen Foreneinträgen zu lesen. Das Spiel scheint unbarmherzig Hardware-Ressourcen zu fressen, obwohl es für mich rein leistungstechnisch auch nicht mehr als ein Half Life 2 bietet, womit mein Rechner überhaupt keine Probleme hatte. Anstatt diese suboptimale Programmierung mit einem Patch zu verbessern, rät der Hersteller in seinem Forum dazu, einfach alle Details auf Minimum zu stellen und eine bestimmte Treiberversion zu installieren. Na toll. Abhilfe schaffte bei mir zumindest ein Öffnen des PC-Gehäuses und das Herabsetzen der Details auf Medium. Ansonsten muss ich mich mit meiner Meinung der meiner Kollegen anschliessen. Tolle Grafik, super Gegner-KI und spannende Actionszenen. Vor allem die Gegner-Animationen und ihre Verhaltensmuster haben mich vom Hocker gehauen. Wenn die nämlich mit Sprüngen und Kletteraktionen hinter Objekten Schutz suchen, möchte ich das am liebsten auch tun. Oder die hübschen Effekte in der Zeitlupendarstellung geniessen, um dann freudig das Feuer zu erwidern. Da mich aber persönlich die fragwürdige Unterstützung einer verbreiteten Grafikkarte teilweise zur Weissglut brachte, hätte ich dem Spiel statt der 9.0 eine 8.0 gegeben. So etwas darf einfach nicht sein.
Mehr über das Spiel findet ihr auf fear2.de