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Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde
Wenn der Himmel mal wieder strahlend blau und wolkenlos leuchtet, dann ist „Kaiserwetter“ angesagt. Als Menschen richten wir gerne den Blick gen Himmel. Doch ist der Himmel nur der sichtbare, physische Himmel?
Vom Biblischen Ursprung her müsste es eigentlich heissen „die Himmel“, denn das entsprechende hebräische Wort steht grammatikalisch im Plural, es bedeutet also „die Himmel“ und nicht „der Himmel“. So lauten die ersten Verse der Bibel: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und Erde“ (1 Mose 1,1).
Doch natürlich meint dies nicht eine Vielzahl von „Himmeln“. Es steht vielmehr für das, was über der Erde und dem Meer ist, auch für den Luftraum, für den das Hebräische kein eigenes Wort hat. Der so verstandene Himmel ist – wie die Erde – eine Schöpfung Gottes. Gott ist über ihn wie über die ganze Schöpfung hoch erhaben: „Aber bist du nicht viel zu erhaben, um bei uns Menschen zu wohnen? Ist doch selbst der ganze weite Himmel zu klein für dich“ (1 Könige 8,27).
Wenn dennoch vom Himmel als dem Wohnbereich gesprochen wird, so ist dies der menschlich-bildhafte Versuch, Gottes absolute Weltüberlegenheit auszudrücken.
Dass auch der Himmel Gott nicht fassen kann, wird in 1 Könige 8,27 (siehe oben) dahingehend zugespitzt, dass selbst der „Himmel des Himmels“ (so wörtlich) es nicht vermag. Als man später im Judentum die Mehrzahlform beim Wort zu nehmen vermag, wurde aus solchen Ansätzen die Vorstellung von verschiedenen „Stockwerken“ des Himmels. Man rechnete so mit drei, sieben oder gar zehn verschiedenen Stufen des Himmels. wobei man sich im obersten den gegenwärtigen Ort des Paradieses dachte. Diese Vorstellung wurde dadurch unterstützt, dass der Apostel Paulus in der Bibel schildert, wie er einmal bis in den dritten Himmel entrückt wurde und diesen das „Paradies“ nennt, wo er unaussprechliche Worte vernahm (2 Korinther 12,2ff.).